Vereinigte Bühnen Bozen
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ALICES REISE IN DIE SCHWEIZ

Schauspiel von Lukas Bärfuss

Alices Reise in die Schweiz Premiere: Freitag, 12. Januar 2007, 20.00 Uhr
Weitere Aufführungen:
13., 17., 18., 19., 20., 24., 25., 26., 27. Januar 07 - 20.00 Uhr
21. Januar 07 - 17.00 Uhr
16., 17., 23. Januar 07 - 10.00 Uhr
Studio

Regie: Dora Schneider
Bühne: Christian Weißenberger
Kostüme: Oliver Mölter
Mit: Theo Hendrich, Peter Hladik, Susanne Kubelka, Hertha Schell, Ina Tempel, Eduard Wildner

Gustav: Gesundheit ist verhandelbar, die Würde des menschlichen Lebens nicht.

Alice lebt im Norden Deutschlands und nimmt sich vor zu sterben. Sie mag nicht aus dem Fenster springen, Alkohol und Tabletten kommen für sie auch nicht in Frage. Und ihre Mutter Lotte möchte sie in dieser Angelegenheit auch nicht zusätzlich belasten. Allein kann Alice aber die Angelegenheit nicht durchziehen, deshalb sucht sie sich einen Helfer und lernt den Züricher Arzt Gustav Strom kennen. Und so macht sich Alice auf ihre erste Reise in die Schweiz.

Lukas Bärfuss, Schweizer Autor und Dramatiker des Jahres 2005, nimmt sich auf berührende, aber auch tragikomische Art gerne heiße Fragen unserer Zeit vor. In „Alices Reise in die Schweiz“ (uraufgeführt 2005) hinterfragt Lukas Bärfuss auf sensible und virtuose Weise unseren Umgang mit Sterben und berührt menschliche Lebensfragen wie: Wie können wir in Würde sterben? Gibt es ein Recht auf Sterben? In wessen Händen legen wir unser Sterben? Und wie viel Freiheit und Selbstbestimmung verträgt unser Sterben?
 

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Pressestimmen

"Gleich in den ersten Minuten der Aufführung macht sich dort beklemmende Stille breit und eine Konzentration, die bis zum Schluss anhält. (...)
Lukas Bärfuss hat einen beeindruckenden Theatertext verfasst, Regie und Schauspieler haben ihn hervorragend umgesetzt. Dora Schneider inszeniert klar und transparent, es gelingt ihr das Kunststück, an Grenzen Räume aufzutun, Platz zu schaffen für alle Figuren des Stücks, und das Schöne daran: Platz zu schaffen für das Leben, obwohl vom Sterben die Rede ist. Dies auf einer minimalistisch eingerichteten Bühne mit ein paar gesichtslosen, unpersönlichen Möbelstücken passend zum unpersönlichen Geschäft, das abgewickelt werden soll. (...)
Man hält es kaum für möglich: Zwischendurch ist die Aufführung auch sehr komisch. Entgehen lassen sollte man sie sich auf keinen Fall."

Dolomiten

"..il dottor Gustav Strom , impersonato da un ottimo Peter Hladik, (...)
Piena di intuizioni genialila regia della giovane Dora Schneiderche ha optato per scene che sono flash vividie taglienti. (...)"

Alto Adige

"Peter Hladik spielt ihn kühl und überzeugend als einen, den weder Zweifel noch Skrupel plagen. (...)
Ebenso nüchtern geht Alice ihre Entscheidung an. Dass ihr dann doch die Gefühle entgleiten, arbeitet Susanne Kubelka im Ablauf gut heraus. (...)
Hertha Schell überspielt das innerliche Zittern gekonnt mit Betulichkeit. (...)
Patient John (Eduard Wildner), gesteht, dass er einfach Angst vor dem Sterben hat - eine anrührende Szene. So lässt Bärfuss an Beispielen der Reihe nach verschiedene Argumente dafür oder dagegen einfließen, ohne selbst Position zu beziehen. Ihn interessiert, sagt er, die Diskretion zwischen der Theorie und der Praxis. Regisseurin Dora Schneider folgt ihm dabei präzise Schritt für Schritt. (...)
Insgesamt überfüttert der Autor das Thema ganz subtil mit allen dazu möglichen Stellungnahmen. Und entlässt das Publikum mit vielen Denkanstössen in die Diskussion."

Zett

"Die Spielordnerin vertraut dem herrlichen Text. Das ist gut so. Unterstrichen ist wenig. Den Witz hat sie sanft verstärkt. ...Eduard Wildner macht aus dem Graukopf ein plärrendes Männlein..Auf dem Gesicht Angst und Chuzpe. Das ist packend. Anrührend. Ein schöner Abend. (...)
In Bozen arbeitet ein tadelloses Ensemble."

Tageszeitung

"Autor Bärfuss hat so ziemlich sämtliche Stilmittel verwendet um das Thema vor Augen zu führen, ganz konkret lässt er von Plastiktüten reden und danach handeln. Dass diese Szenen wirklich berühren ist das Verdienst zweifellos der Schauspieler, aber vor allem des Regiekonzepts von Dora Schneider, einer 30-jährigen Regisseurin die dem Text jeglichen Spielraum lässt, jedoch unprätentiös und gut dosiert zwischen ernsthaftem Anspruch und makaber skurriler Rede. Peter Hladik, Susanne Kubelka, Hertha Schell, Ina Tempel, Theo Hendrich und Eduard Wildner bilden das 6-köpfige Ensemble das anfangs verhalten, doch dann sicher und sensibel das Thema auslotet. Die Zwei- und Mehrdeutigkeiten kommen auch im Bühnenbild von Christian Weißenberger gut zum Tragen. Eine sehr gute Aufführung."
Christine Helfer im RAI-Sender Bozen am 13.01.07

"Dora Schneider hat das Stück in seiner leuchtenden Einfachheit belassen, Bühnenbildner Christian Weißenberger dafür einen intimen Raum geschaffen. Bärfuss und Schneider geben der Eigenverantwortung des Zuschauers Raum. Gustav Strom (Peter Hladik), seine Helferin Eva (Ina Templ), Alice (Susanne Kubelka) oder Walter (Theo Hendrich), der aufdringliche Vermieter, sind zerbrechliche Gestalten, die in der Spannung zwischen Mut und Verzweiflung, zwischen Aufbruch und Resignation leben. Dora Schneider zeigt zart die Seelenlage der Figuren auf, sie geht dem Text nach, sie hat nicht die Sensation, sondern die Tiefe gesucht. Die Inszenierung, eine stille und dennoch nicht gewöhnliche Arbeit, zeigt, wie weit man dabei kommen kann."
ff