DIE WELLE (THE WAVE)
Schauspiel von Reinhold TrittIm Rahmen des Jugendtheaterclubs der Vereinigten Bühnen Bozen
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Premiere: Samstag, 3. März 2007, 20.00 Uhr Weitere Aufführungen: 10., 17., 21. März 07 - 20.00 Uhr (ausverkauft) 11., 18. März 07 - 17.00 Uhr (ausverkauft) Schulvorstellungen: 6., 8., 10., 13., 15., 17. März 07 - 10.00 Uhr (ausverkauft) 7., 13., 14. März 07 - 15.00 Uhr (ausverkauft) Zusatzvorstellung: So, 18. März 07 - 20.30 Uhr Studio Regie: Helga Walcher Bühne: Johanna Maria Burkhart Kostüme: Andrea Kerner Mit: Günther Götsch, Margot Mayrhofer, Oswald Waldner und Simon Cazzanelli, Karoline Comarella, Thomas Haberer, Mathias Hafner, Katharina Kremer, Magdalena Lun, Anna Psenner, Nina Ramona Raffl, Johannes Springeth, Maximilian Tschager. |
David: Endlich sind wir alle gleich.
Der junge Geschichtslehrer Ben Ross zeigt seinen Schülerinnen und Schülern einen Film über die Judenverfolgungen im faschistisch besetzten Deutschland der 30er Jahre. Einige SchülerInnen können sich jedoch nicht vorstellen, dass eine Minderheit eine Mehrheit gegen deren Willen beherrschen kann. Um die Jugendlichen erfahren zu lassen, was Menschen zum Nationalsozialismus verleitete, startet der Lehrer Ben Ross mit seinen SchülerInnen ein gefährliches Experiment. Er führt Disziplin, Gemeinschaftssinn und eine neue Bewegung unter dem Symbol der „Welle“ in der Klasse ein. Innerhalb kürzester Zeit greift die „Welle“ auf die ganze Schule über. Höchste Zeit für Ross, das Unterfangen zu stoppen.
Das Theaterstück von Reinhold Tritt beruht auf einer wahren Begebenheit, aus dem Jahre 1969 in einer Schule in Palo Alto, Kalifornien. Der Lehrer Ron Jones hat mit seinen SchülerInnen zu seinem eigenen Erschrecken erfahren müssen, wie anfällig der Mensch für faschistisches Denken ist, wie stark der Zwang in einer Gruppe sein kann. Erst drei Jahre nach dem Experiment an der Schule brach Ron Jones das Schweigen über den Vorfall. Reinhold Tritt bearbeitete die Geschichte 1987 für die Bühne. „Die Welle“ ist ein Schauspiel über Gruppendynamik und faschistisches Denken und Handeln.
Der Jugendtheaterclub
„Die Welle“ von Reinhold Tritt wird im Rahmen des Jugendtheaterclubs der Vereinigten Bühnen Bozen auf die Bühne gebracht.
Unter dem Motto „SchülerInnen spielen für SchülerInnen“ wurden im Oktober 2006 in einem Casting zehn talentierte Jugendliche ausgewählt, die in der Folgezeit mit der Regisseurin Helga Walcher und dem Schauspieler Günther Götsch intensiv an den Stückfiguren, an Körper und Sprache gearbeitet haben.
Mit dem Jugendtheaterclub bieten die Vereinigten Bühnen Bozen Jugendlichen die Möglichkeit, gemeinsam mit BerufsschauspielerInnen in einem professionellen Theaterbetrieb auf der Bühne zu stehen.
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(…) „So schwierig es ist, Profis und Amateure zusammenszuspannnen – in diessem Fall ist es gelungen. Die Jungen auf der Bühne spielen so betont ungespielt, als müssten sie nur mal schnell dem Berufsberater sagen, was sie später einmal machen wollen. Regisseurin Helga Walcher lässt in einem kolossalen Drahtkäfig spielen, der seinerseits in einer Wanne steht.Mit Fortlauf des Stücks wird diese mit Wasser geschwemmt, bis die Schauspieler alle barfüssig herumrutschen. Das mag auf einige arg symbolisch wirken, aber hier ist eben glücklicherweise eine Regisseurin am Werk, die keine Angst vor großen Bildern hat.“ (…)
Günther Götsch spielt den Gesinnungsumdreher kühl wie einen Labortechniker, der unter dem Mikroskop eine Faschistenbrut heranzüchtet. (…)
Ein Abend, der rockt und rollt und nie pädagogisch wird.“ (…)
Tageszeitung
„Das Experiment Jugendtheaterclub der VBB hat sich im großen und ganzen bewährt – die Aufführung im Studio des Stadttheaters Bozen zeichnete sich durch ein gelungenes Regiekonzept, ein funktionelles Bühnenbild und das streckenweise doch anschauliche Spiel der Darsteller aus. (…)
Günther Götsch spielt den Lehrer sehr eindringlich, man versteht den Sog, dem er und seine neue Bewegung ausgesetzt sind. Ihm zur Seite Margot Mayrhofer und Oswald Waldner als Freundin und Direktor. Die jugendlichen Darsteller unterscheiden sich vor allem in Sprechtechnik und Bühnenpräsenz, auch im Mut sich die Rolle anzueignen. Man wünscht dem neuen Theaterclub vor allem Konstanz und Erweiterung!“
Rai Sender Bozen, Mittagsmagazin
„Die Welle“ ist ein hochaktuelles Stück über Verführbarkeit von jungen Menschen. Bei den VBB stehen jugendliche Amateurschauspieler und Profis gemeinsam auf der Bühne. Dabei überzeugen vor allem die Jugendlichen.“ (…)
Helga Walcher, die Regisseurin, hat einen unspektakulären Zugang zum Stück gewählt, keine Fahnen, keine Armbinden, kein Gebrüll, keine hohlen Possen, kein gestreckter Arm. Nur Worte und Bilder. (…)
Sachte wird die Veränderung deutlich, die die Figuren durchmachen. Die Emotionen haben sich vor allem in den Körper der Jugendlichen eingegraben. (…)
Die Bühne im Studiotheater ist ein gestylter Käfig (Bühnenbild: Johanna M. Burkhart), in dem sich langsam die Türen schließen, die neue Gemeinschaft schottet sich ab; wer nicht mitmacht, ist draußen.“ (…)
ff
(…) „Die jungen Talente standen, was die schauspielerische Leistung betrifft, den Profis Günther Götsch, Margot Mayrhofer und Oswald Waldner kaum in etwas nach. Es fällt schwer einige Mitwirkende hervorzuheben ohne ungerecht zu sein; die Jugendlichen befanden sich im wahrsten Sinne des Wortes auf einer Wellenlänge. Auch die Bühnengestaltung (Verantwortliche: Johanna M. Burkhart) überraschte mit einigen treffenden Effekten und einer symbolischen Sprache: Das Klassenzimmer selbst wird von einem imposanten „Versuchskäfig“ gebildet. Vervollständigt wird das Gesamtbild von sorgfältig ausgewählten Kostümen, die den Charakter der Personen wiederspiegeln und sich ihren „Verwandlungen“ unter dem Einfluss der „Welle“ anpassen.“ (…)
Zett
(…) „Der Jugendtheaterclub, den die Vereinigten Bühnen Bozen als neue Schiene eingerichtet haben, unter dem Motto „Jugendliche spielen für Jugendliche“, hat mit dem Text eine gute Wahl getroffen. Abgesehen davon, dass sich Schüler mit dem Rollen des Stücks problemlos identifizieren, dass sie selber sehr viel lernen, abgesehen also vom pädagogischen Potential, enthält der Text eine große gesellschaftspolitische Bedeutung und genügend Stoff zum Weiterdenken. (…)
Es ist beeindruckend, dabei zuzuschauen, wie rasch sich die Spirale weiterdreht zu Bespitzelung und Ausgrenzung, wie sehr der ehemalige Außenseiter Robert aus der neuen Konstellation Stärke und Selbstbewusstsein bezieht, wie schnell die Disziplin in sinnloses und gewalttätiges Gebrüll umkippt und das Gemeinschaftsgefühl in dumpfe Gleichmacherei.
Diese Verwandlung bringt die Regisseurin Helga Walcher eindringlich ans Publikum, ebenso Günther Götsch seinen Lehrer durchaus doppelbödig samt eigener Verführbarkeit zum Missbrauch von Macht.“ (…)
Dolomiten



