GLAUBE LIEBE HOFFNUNG
Schauspiel in fünf Bildern von Ödön von Horváth![]() |
Premiere: Donnerstag, 29. September 2005, 20.00 Uhr Weitere Aufführungen: 30.09., 01.10., 07.10., 08.10., 13.10., 15.10.05 - 20.00 Uhr 04.10., 05.10., 06.10., 11.10., 12.10., 14.10.05 - 10.00 Uhr 16.10.05 - 17.00 Uhr Studio Regie: René Zisterer Bühne: Andreas Lungenschmid Kostüme: Eva Praxmarer Mit: Marie-Christine Friedrich, Michael Smulik, Peter Drassl, Florian Adamski, Franziska Grinzinger, Liz Marmsoler, Eduard Braunhofer, Ingeborg Frena, Karl-Heinz Macek, Horst Herrmann, Norbert Knollseisen, Anton Gallmetzer, Linde Spitaler, Stefan Ghedina, Matteo Facchin u.a.m. |
Elisabeth: Das seh ich schon ein, dass es ungerecht zugehen muss, weil halt die Menschen Menschen sind – aber es könnt doch auch ein bisschen weniger ungerecht zugehen.
Elisabeth meldet sich beim Anatomischen Institut, um dort ihren Leichnam zu verkaufen. Die junge Frau braucht Startkapital, für den Erwerb eines Gewerbescheins als Unterwäschevertreterin. Der Präparator am Anatomischen Institut leiht ihr aus Mitleid die dafür notwendigen 150 Mark. Als er jedoch erfährt, dass Elisabeth das Geld zur Bezahlung der Vorstrafe verwendet, die sie wegen Handelns ohne Gewerbeschein erhalten hat , zeigt der Präparator sie wegen Betrugs an. Elisabeth muss für vierzehn Tage ins Gefängnis. Nach ihrer Entlassung verliebt sich ein junger Polizist in Elisabeth. Aus Angst vor den Reaktionen ihrer Umwelt, verschweigt sie ihren Gefängnisaufenthalt, bis ihre Vergangenheit schließlich doch ans Tageslicht kommt und ihr zum Verhängnis wird.
Ödön von Horváth (1901-1938), der neben Brecht als der bedeutendste deutschsprachige Dramatiker der Zwischenkriegszeit gilt, hat gemeinsam mit dem Gerichtsreporter Lukas Kristl 1932 eine wahre Begebenheit auf die Bühne gebracht.
Entstanden ist das Volksstück Glaube Liebe Hoffnung“, ein Stück über Menschen in einem unspektakulären Kriminalfall und eine Parabel auf die gesellschaftliche Entsolidarisierung. Ödön von Horvath selbst schreibt zu „Glaube Liebe Hoffnung“: „Wer also ehrlich Menschen zu gestalten versucht, wird wohl immer nur Spiegelbilder gestalten können“ und bringt damit tragikomische Alltagsgeschichten auf die Bühne, die zynisch und unheimlich zugleich sind.
Pressestimmen"Die Premiere des Stücks von Ödön von Horváth geriet eindrucksvoll... Der Mix zwischen auswärtigen und lokalen Darstellern ist gelungen, das Team von Thomas Seeber hat eine in jeder Beziehung reife Leistung auf die Bretter gebracht." Z - die Zeitung am Sonntag"Zisterers Inszenierung hält die Spannung bis zum Schluss, die Figuren sind gut gezeichnet."Tiroler Tageszeitung "René Zisterer läßt diese Geschichte - mit den Kostümen aus den 1930er-Jahren, aus der Entstehungszeit des Stückes - sehr zart erzählen - und sehr streng. Auch dann, wenn es laut wird oder arrogant, Kapitalismus oder Justiz keine Gnade kennen, bleibt eine Zerbrechlichkeit spürbar. Die Auftritte der einzelnen Figuren sind sehr genau bemessen und Andreas Lungenschmid hat ins Studiotheater eine Bühne gebaut, die immer wieder neue Räume öffnet und so komplex und einfach ist wie das Stück und die Inszenierung... "Glaube Liebe Hoffnung" überrumpelt den Zuschauer nicht. Er kann dennoch, wenn er genau hinschaut, etwas für das Heute entdecken." ff |








