Vereinigte Bühnen Bozen
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Spielzeit2006 - 07


Theater beflügelt!

Bozen - Theater beflügelt! Unter dieses Motto stellen die Vereinigten Bühnen Bozen (VBB) ihre Spielzeit 2006/07 und laden ihr Publikum in acht neuen Eigenproduktionen auf eine Reise durch die Welt des Theaters ein. Ihrer Linie gemäß zeigen die VBB vorwiegend moderne Dramatik und experimentelle Stücke im Studio und große klassische Unterhaltung im Großen Haus des Stadttheaters Bozen. Das Publikum der Vereinigten Bühnen Bozen darf sich auf einen vielseitigen Spielplan 2006/07 freuen!

Gleich mit einem Paukenschlag eröffnen die VBB ihre Theatersaison am 6. Oktober. Dann nämlich feiert William Shakespeares klassische Verwechslungskomödie „Was ihr wollt“ in der Regie von Monika Steil Premiere im Großen Haus des Bozner Stadttheaters. Man darf sich auf ein Wiedersehen mit altbekannten Südtiroler Theatergrößen, aber auch auf ein Kennenlernen interessanter neuer Gesichter freuen – allesamt in prachtvollen Kostümen von Rainer H. Gawenda. Abgerundet wird die fulminante Inszenierung von Musik aus der Feder von Stephen Lloyd, dem Musikalischen Leiter der VBB.

Einen besonders passenden Rahmen für Willy Russells „Bildung für Rita“ haben die VBB mit dem Auditorium Roen gefunden. Dort wird im November die humorvolle Geschichte der lebenslustigen, wissensdurstigen Friseuse Rita (Christine Lasta) gezeigt. Sie bricht aus ihrem bisherigen Leben aus, um an der Universität bei einem kauzigen Literaturprofessor ein neues Glück als Studentin zu suchen.

Weihnachtliche Vorfreude garantiert Horst Herrmanns und Stephen Lloyds Kinderstück „Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte“ (nach dem gleichnamigen Roman von Luis Sepùlveda), das in der vergangenen Spielzeit zum Renner nicht nur beim jungen Publikum avancierte. In der Wiederaufnahme werden sich Kater Zorbas und seine Freunde diesmal nicht nur in Bozen der kleinen, verwaisten Möwe annehmen, sondern auch in Bruneck, Brixen, Meran und Mals.

Ein ebenso heikles wie brandaktuelles Thema hat der junge Schweizer Dramatiker Lukas Bärfuss in „Alices Reise in die Schweiz“ verarbeitet. Das 2005 uraufgeführte Werk ist ein virtuos und sensibel geschriebenes Stück über die Todessehnsucht einer jungen Frau. Der dem VBB-Publikum aus dem Jahr 2003 als König Lear bekannte Schauspieler Peter Hladik kehrt für die Rolle des Arztes Gustav Strom nach Bozen zurück.

Tradition geworden sind die VBB-Komödien zur Faschingszeit. „Floh im Ohr“ ist ein amüsant-turbulentes Bühnenstück um Gerüchte und Verdächtigungen, um Spekulationen und Verwechslungen, das in der ausgelassenen Zeit der vorletzten Jahrhundertwende spielt. „Ein Gramm Verwicklung, ein Gramm Pikanterie, ein Gramm Beobachtung“ schrieb Autor Georges Feydeau über sein Komödienrezept und bringt damit auf den Punkt, was eine gute Komödie ausmacht. Das 14-köpfige Ensemble besteht unter anderem aus Thomas Hochkofler, Alexandra Krismer, Patrizia Pfeifer, Peter Schorn und Reinhardt Winter.

Wie gelingt es einer Minderheit, eine Mehrheit gegen deren Willen zu beherrschen? Dieser Frage geht das Jugendstück „Die Welle“ von Reinhold Tritt nach und verarbeitet dabei eine wahre Begebenheit: Ein Schulexperiment sollte die Gefährlichkeit von faschistischem Gedankengut in Verbindung mit Gruppendynamik demonstrieren. Für ihren Jugendtheaterclub suchen die VBB zehn theaterbegeisterte OberschülerInnen, die nach mehrmonatiger Probenarbeit mit Profi-Kollegen (Günther Götsch u. a.) im März auf der Bühne des Studios stehen werden.

Auch im April bleiben die Vereinigten Bühnen Bozen auf der Studiobühne und zeigen „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ in der Regie von Carsten Bodinus mit Lukas Lobis in einer der Hauptrollen. Das autobiographische Stück des Amerikaners Eugene O’Neill handelt vom Auseinanderbrechen und von Lebenslügen einer Familie, von der Frage nach dem Schicksal und nach der Rolle der Familie im Leben des Einzelnen.

Die Begegnung der drei Märchen- oder Mythenfiguren Dornröschen, Schneewittchen und Jackie Onassis mit dem Tod haben die „Prinzessinnendramen“ zum Thema. Das Schauspiel nach Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek entsteht als Zusammenarbeit der der Vereinigten Bühnen mit der Stiftung Stadttheater Bozen und dem Art Bureau München in Bozen und wird hier auch mit Hanna Schygulla in einer der Hauptrollen seine Premiere feiern.

Ihren Saisonabschluss und –höhepunkt werden die Vereinigten Bühnen Bozen im Mai mit dem Musical „Jekyll & Hyde“ feiern. Das Stück handelt von dem vorbildlichen jungen Arzt Dr. Jekyll, der ein selbstentwickeltes Serum zur Trennung des Guten und Bösen im Menschen an sich selber testet und sich in sein böses Alter Ego Mr. Hyde verwandelt. Für die Inszenierung des „Grusical“ konnte das „Dreamteam“ der letzten Musicalinszenierung „West Side Story“ wiedergewonnen werden: Hans Holzbecher wird Regie führen, Stephen Lloyd die musikalische Leitung übernehmen und Alonso Barros für die Choreographie verantwortlich zeichnen.