VBB WAGEN UND GEWINNEN
Pressemeldung 11-01
Bozen, den 31.05.2007
Vereinigte Bühnen Bozen (VBB)
VBB wagen und gewinnen
Bozen – Eine überaus positive Bilanz ziehen die Vereinigten Bühnen Bozen (VBB) im fünfzehnten Jahr ihres Bestehens aus der zu Ende gehenden Spielzeit 2006/07. Der breit gefächerte Spielplan mit einigen gewagten Produktionen, das umfangreiche Rahmenangebot des Spielzeitforums und das Engagement in den Schulen haben dem Bozner Theaterbetrieb über 32.000 Besucher beschert. Der Vorstand mit seinem Präsidenten Thomas Seeber wurde für weitere drei Jahre im Amt bestätigt.
„Theater beflügelt“ lautete das Motto der zu Ende gehenden Spielzeit 2006/07 der Vereinigten Bühnen Bozen. Unter dem inhaltlichen Leitmotiv „Grenzgänger“ wurde das Publikum in acht Eigenproduktionen mit auf eine Reise durch verschiedenste Welten des menschlichen Seins genommen. Getreu ihrer Linie zeigten die VBB dabei vorwiegend moderne Dramatik und zeitgenössische Stücke im Studio und große klassische Unterhaltung im Großen Haus des Stadttheaters Bozen.
Besonders erfreulich wertet der Intendant der VBB Thomas Seeber dabei, dass gerade gewagtere Positionen des Spielplanes mit kontroversem Diskussionspotential auf gute Resonanz beim Publikum gestoßen sind. Hierzu zählen „Alices Reise in die Schweiz“ oder „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ mit heißen Themen wie würdevolles Sterben oder (Sehn)Sucht. Auch Elfriede Jelineks „Der Tod und das Mädchen – Prinzessinnendramen“ mit Hanna Schygulla und „Bildung für Rita“ sorgten für angeregte bis hitzige Diskussionen und zeigten somit, dass das Theater lebt.
Als „gewagt und gewonnen“ darf auch die heurige Produktion des Jugendtheaterclub der VBB eingestuft werden. Erstmals wurden 10 junge SüdtirolerInnen für eine professionelle Theaterproduktion auf der Studiobühne gecastet und standen nach fünfmonatiger intensiver Probenarbeit gemeinsam mit Profischauspielern im Jugendstück „Die Welle“ auf der Bühne. Das Projekt wurde für alle Beteiligten zu einer einzigartigen Erfahrung und beim Publikum vor allem unter den Jugendlichen zu einem absoluten Renner.
Ein weiterer Renner im Studio, aber auch während der Südtiroltournee durch Bruneck, Brixen, Mals und Meran war die Wiederaufnahme des Kinderstückes „Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte“. Der gutmütige Kater und seine Freunde wussten wiederum ihre großen und kleinen Zuschauer zu begeistern und sorgten für das ein oder andere Gerangel um die heiß begehrten Karten.
Als große Klassiker brachten die Vereinigten Bühnen Bozen in der vergangenen Spielzeit Shakespeares „Was ihr wollt“ und Feydeaus „Floh im Ohr“ auf die Bühne des Grossen Hauses im Bozner Stadttheater. Ebenfalls auf der großen Bühne feiern die VBB ihren Saisonabschluss und –höhepunkt noch bis Freitag, den 1. Juni, mit der viel gelobten Inszenierung des Musicals „Jekyll & Hyde“. Zum ersten Mal wurde mit einem verhältnismäßig jungen Stück kein gängiger Musicalklassiker gewählt und diese Wahl ist vor allem beim jüngeren Publikum ein Überraschungserfolg. Die Vereinigten Bühnen Bozen konnten mit „Jekyll & Hyde“ den internationalen Ruf Bozens als Geheimtipp für Musicalfans festigen und verzeichnen erfreulicherweise eine immer stärker steigende Anzahl internationaler Musicalbesucher.
Wichtiger Bestandteil des Programmes der VBB sind auch das Spielzeit- und das Schulforum, womit dem Publikum eine tiefgehende und umfassende Auseinandersetzung mit Theater ermöglicht wird. Im Rahmen des Spielzeitforums werden u.a. Einführungen zu den Stücken, die Cult.urnacht (in Zusammenarbeit mit dem Rai Sender Bozen), ein Theaterfrühstück, Ausstellungen im Foyer oder Führungen durch das Theater angeboten. Dass den VBB ihr junges Publikum ganz besonders am Herzen liegt, zeigt auch das umfangreiche Schulprogramm, in dessen Rahmen u.a. Lehrertreffen, Vor- und Nachbereitungen der Stücke, Mal- und Bastelwettbewerbe inklusive Ausstellungen und in diesem Jahr erstmals Workshops zum Thema Suchtprävention stattgefunden haben. Knapp 11.000 Zuschauer in Schulvorstellungen sprechen schließlich für sich. Einzigartig in Südtirol beschäftigen die VBB eine eigene Theaterpädagogin für die Betreuung der Schulen.
Insgesamt besuchten knapp 30.000 Zuschauer die 117 selbst produzierten Vorstellungen der VBB. Das Spielzeit- und Schulforum stießen mit weiteren insgesamt fast 2.500 Teilnehmern auf erfreuliches Interesse. VBB-Intendant Thomas Seeber zeigt sich überaus zufrieden: „Diese Zahlen bestätigen, dass wir uns auf dem richtigen Kurs befinden und wir werden in der eingeschlagenen Richtung weitermachen“. Um diesen Kurs auch wissenschaftlich zu untermauern, haben die Vereinigten Bühnen Bozen über die gesamte Spielzeit 2006/07 hinweg eine Zuschauerbefragung durchführen lassen. Die detaillierten Ergebnisse hierfür werden im Sommer erwartet. Schließlich wurde der gesamte Vorstand inklusive seines Präsidenten Thomas Seeber kürzlich für weitere drei Jahre im Amt bestätigt.
Die erste Premiere der Spielzeit 2007/08 feiern die VBB mit Arthur Schnitzlers „Der einsame Weg“ am 11.10.2007 im Studio des Stadttheaters Bozen. Das Stück gilt als eines der poetischsten und leisesten Schnitzlers. Was der Spielplan der VBB für die nächste Spielzeit sonst noch bringt, wird wie gewohnt Anfang September bekannt gegeben. So viel darf aber bereits verraten werden: Die Spielzeit 2007/08 setzt einen Kontrapunkt zu unserer lauten Alltagswelt und widmet sich den leisen und einfühlsamen Tönen.
DER EINSAME WEG
Schauspiel
von Arthur Schnitzler
Regie: Patrick Guinand
Ausstattung: Carlo Tommasi
Mit: Cornelia Heyse, Peter Hladik, Peter Schorn, Heinz Trixner, Eduard Wildner u.v.a.m.
Premiere: Donnerstag, 11. Oktober 2007, 20.00 Uhr
Studio
Sala: Das Altern ist nun einmal eine einsame Beschäftigung für unsereinen und ein Narr, wer sich nicht beizeiten darauf einrichtet, auf keinen Menschen angewiesen zu sein.
Nach Jahren begegnet der Maler Julian Fichtner wieder Gabriele. Einst hatte er sie verführt und verlassen, um seine Freiheit als Künstler nicht aufzugeben. Sie hat den Akademieprofessor Wegrat geheiratet, hat inzwischen in Felix und Johanna zwei erwachsene Kinder. Keiner ahnt, dass Felix in Wahrheit Julians Sohn ist. Als die Wahrheit doch ans Licht kommt, bekennt sich Felix zu Wegrat, dem falschen Vater und echten Menschen. Johanna indessen liebt Herrn von Sala, einen alten Freund der Familie, den sie schon von Kindheit an kennt, doch auch diese Liebe, wie jene der Mutter Gabriele, hat keine Zukunft.
„Der einsame Weg“ ist ein herbstliches Stück, ein Schauspiel, das von der Einsamkeit des Herzens alternder Genussmenschen und verpassten Lebenschancen erzählt. Arthur Schnitzler gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne, er legt sein Augenmerk vor allem auf die psychischen Vorgänge im Inneren seiner Figuren.
Bozen, den 31.05.2007
Vereinigte Bühnen Bozen (VBB)
VBB wagen und gewinnen
Bozen – Eine überaus positive Bilanz ziehen die Vereinigten Bühnen Bozen (VBB) im fünfzehnten Jahr ihres Bestehens aus der zu Ende gehenden Spielzeit 2006/07. Der breit gefächerte Spielplan mit einigen gewagten Produktionen, das umfangreiche Rahmenangebot des Spielzeitforums und das Engagement in den Schulen haben dem Bozner Theaterbetrieb über 32.000 Besucher beschert. Der Vorstand mit seinem Präsidenten Thomas Seeber wurde für weitere drei Jahre im Amt bestätigt.
„Theater beflügelt“ lautete das Motto der zu Ende gehenden Spielzeit 2006/07 der Vereinigten Bühnen Bozen. Unter dem inhaltlichen Leitmotiv „Grenzgänger“ wurde das Publikum in acht Eigenproduktionen mit auf eine Reise durch verschiedenste Welten des menschlichen Seins genommen. Getreu ihrer Linie zeigten die VBB dabei vorwiegend moderne Dramatik und zeitgenössische Stücke im Studio und große klassische Unterhaltung im Großen Haus des Stadttheaters Bozen.
Besonders erfreulich wertet der Intendant der VBB Thomas Seeber dabei, dass gerade gewagtere Positionen des Spielplanes mit kontroversem Diskussionspotential auf gute Resonanz beim Publikum gestoßen sind. Hierzu zählen „Alices Reise in die Schweiz“ oder „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ mit heißen Themen wie würdevolles Sterben oder (Sehn)Sucht. Auch Elfriede Jelineks „Der Tod und das Mädchen – Prinzessinnendramen“ mit Hanna Schygulla und „Bildung für Rita“ sorgten für angeregte bis hitzige Diskussionen und zeigten somit, dass das Theater lebt.
Als „gewagt und gewonnen“ darf auch die heurige Produktion des Jugendtheaterclub der VBB eingestuft werden. Erstmals wurden 10 junge SüdtirolerInnen für eine professionelle Theaterproduktion auf der Studiobühne gecastet und standen nach fünfmonatiger intensiver Probenarbeit gemeinsam mit Profischauspielern im Jugendstück „Die Welle“ auf der Bühne. Das Projekt wurde für alle Beteiligten zu einer einzigartigen Erfahrung und beim Publikum vor allem unter den Jugendlichen zu einem absoluten Renner.
Ein weiterer Renner im Studio, aber auch während der Südtiroltournee durch Bruneck, Brixen, Mals und Meran war die Wiederaufnahme des Kinderstückes „Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte“. Der gutmütige Kater und seine Freunde wussten wiederum ihre großen und kleinen Zuschauer zu begeistern und sorgten für das ein oder andere Gerangel um die heiß begehrten Karten.
Als große Klassiker brachten die Vereinigten Bühnen Bozen in der vergangenen Spielzeit Shakespeares „Was ihr wollt“ und Feydeaus „Floh im Ohr“ auf die Bühne des Grossen Hauses im Bozner Stadttheater. Ebenfalls auf der großen Bühne feiern die VBB ihren Saisonabschluss und –höhepunkt noch bis Freitag, den 1. Juni, mit der viel gelobten Inszenierung des Musicals „Jekyll & Hyde“. Zum ersten Mal wurde mit einem verhältnismäßig jungen Stück kein gängiger Musicalklassiker gewählt und diese Wahl ist vor allem beim jüngeren Publikum ein Überraschungserfolg. Die Vereinigten Bühnen Bozen konnten mit „Jekyll & Hyde“ den internationalen Ruf Bozens als Geheimtipp für Musicalfans festigen und verzeichnen erfreulicherweise eine immer stärker steigende Anzahl internationaler Musicalbesucher.
Wichtiger Bestandteil des Programmes der VBB sind auch das Spielzeit- und das Schulforum, womit dem Publikum eine tiefgehende und umfassende Auseinandersetzung mit Theater ermöglicht wird. Im Rahmen des Spielzeitforums werden u.a. Einführungen zu den Stücken, die Cult.urnacht (in Zusammenarbeit mit dem Rai Sender Bozen), ein Theaterfrühstück, Ausstellungen im Foyer oder Führungen durch das Theater angeboten. Dass den VBB ihr junges Publikum ganz besonders am Herzen liegt, zeigt auch das umfangreiche Schulprogramm, in dessen Rahmen u.a. Lehrertreffen, Vor- und Nachbereitungen der Stücke, Mal- und Bastelwettbewerbe inklusive Ausstellungen und in diesem Jahr erstmals Workshops zum Thema Suchtprävention stattgefunden haben. Knapp 11.000 Zuschauer in Schulvorstellungen sprechen schließlich für sich. Einzigartig in Südtirol beschäftigen die VBB eine eigene Theaterpädagogin für die Betreuung der Schulen.
Insgesamt besuchten knapp 30.000 Zuschauer die 117 selbst produzierten Vorstellungen der VBB. Das Spielzeit- und Schulforum stießen mit weiteren insgesamt fast 2.500 Teilnehmern auf erfreuliches Interesse. VBB-Intendant Thomas Seeber zeigt sich überaus zufrieden: „Diese Zahlen bestätigen, dass wir uns auf dem richtigen Kurs befinden und wir werden in der eingeschlagenen Richtung weitermachen“. Um diesen Kurs auch wissenschaftlich zu untermauern, haben die Vereinigten Bühnen Bozen über die gesamte Spielzeit 2006/07 hinweg eine Zuschauerbefragung durchführen lassen. Die detaillierten Ergebnisse hierfür werden im Sommer erwartet. Schließlich wurde der gesamte Vorstand inklusive seines Präsidenten Thomas Seeber kürzlich für weitere drei Jahre im Amt bestätigt.
Die erste Premiere der Spielzeit 2007/08 feiern die VBB mit Arthur Schnitzlers „Der einsame Weg“ am 11.10.2007 im Studio des Stadttheaters Bozen. Das Stück gilt als eines der poetischsten und leisesten Schnitzlers. Was der Spielplan der VBB für die nächste Spielzeit sonst noch bringt, wird wie gewohnt Anfang September bekannt gegeben. So viel darf aber bereits verraten werden: Die Spielzeit 2007/08 setzt einen Kontrapunkt zu unserer lauten Alltagswelt und widmet sich den leisen und einfühlsamen Tönen.
DER EINSAME WEG
Schauspiel
von Arthur Schnitzler
Regie: Patrick Guinand
Ausstattung: Carlo Tommasi
Mit: Cornelia Heyse, Peter Hladik, Peter Schorn, Heinz Trixner, Eduard Wildner u.v.a.m.
Premiere: Donnerstag, 11. Oktober 2007, 20.00 Uhr
Studio
Sala: Das Altern ist nun einmal eine einsame Beschäftigung für unsereinen und ein Narr, wer sich nicht beizeiten darauf einrichtet, auf keinen Menschen angewiesen zu sein.
Nach Jahren begegnet der Maler Julian Fichtner wieder Gabriele. Einst hatte er sie verführt und verlassen, um seine Freiheit als Künstler nicht aufzugeben. Sie hat den Akademieprofessor Wegrat geheiratet, hat inzwischen in Felix und Johanna zwei erwachsene Kinder. Keiner ahnt, dass Felix in Wahrheit Julians Sohn ist. Als die Wahrheit doch ans Licht kommt, bekennt sich Felix zu Wegrat, dem falschen Vater und echten Menschen. Johanna indessen liebt Herrn von Sala, einen alten Freund der Familie, den sie schon von Kindheit an kennt, doch auch diese Liebe, wie jene der Mutter Gabriele, hat keine Zukunft.
„Der einsame Weg“ ist ein herbstliches Stück, ein Schauspiel, das von der Einsamkeit des Herzens alternder Genussmenschen und verpassten Lebenschancen erzählt. Arthur Schnitzler gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne, er legt sein Augenmerk vor allem auf die psychischen Vorgänge im Inneren seiner Figuren.


