Kunst zu Gast: Gabriela Oberkofler

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Anlässlich der Premiere von Shakespeares „Sommernachtstraum“ realisiert die Künstlerin Gabriela Oberkofler, die für das VBB-Erscheinungsbild der Spielzeit 2015–2016 verantwortlich zeichnet, ein überdimensionales Leuchtobjekt an der Theaterfassade des Stadttheaters Bozen.
Gabriela Oberkofler: Mehr Licht

Gabriela Oberkofler lehnt sich dabei an die Symbolik der Wunderblume aus der Komödie „Ein Sommernachtstraum“ an. Das Objekt erinnert an ein architektonisches Element aus der Kirche: die Rosette, verliert aber in seiner Übersetzung an der Fassade seinen Mittelpunkt und wird statt aus hochwertigen und zeitbeständigen Materialien aus einfachen Lichterketten und Trash-Materialien realisiert – Realität und Zauberwelt treffen aufeinander, Hochkultur und Alltagskultur vermischen sich. Gabriela Oberkofler geht von der Symbolik der Blume aus, welche in der Komödie und auch im realen Leben ambivalente Bedeutungen in sich trägt: Einerseits verbindet sie, und andererseits trennt sie Menschen voneinander. Die Blume wird zum Symbol für Brüche und Auflösungen. Die überdimensionale Rosette an der Fassade löst sich an ihren Rändern auf, wird aus dem Mittelpunkt verdrängt und verliert ihre zentrale Bedeutung. Die Installation „Mehr Licht“ wird für die Künstlerin zu einer Metapher für einfache Alltagssituationen, denen wir oft machtlos gegenüber stehen und welche stellvertretend im Kleinen für die „Verrückungen“ im Grossen stehen, sie sind Ausdruck für gesellschaftliche Strukturen und Abhängigkeiten und deren komplexe und unüberschaubare Zusammenhänge.

Über die Künstlerin: Gabriela Oberkofler

Kuratiert von Angelika Burtscher und Daniele Lupo
Wie bereits in den vergangenen drei Spielzeiten wählt das Designstudio Lupo & Burtscher jedes Jahr eine Künstlerin oder einen Künstler aus, die oder der in Südtirol aufgewachsen ist oder in der Region arbeitet, und wählt aus ihrem bzw. seinem Archiv Arbeiten aus, welche die Spielzeit und die Produktionen der VBB nach außen hin bewerben. Die ausgewählten Arbeiten der Künstler/-innen knüpfen inhaltlich an den jeweiligen Stücken an.


07. — 22. Mai 2016
Theaterfassade
Eröffnung: 07. Mai 2016, 19 Uhr