Das weite Land

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Tragikomödie in fünf Akten von Arthur Schnitzler

Regie Bettina Bruinier, Darsteller Florian Eisner, Günther Götsch, Florentin Groll, Leopold Hornung, Brigitte Jaufenthaler, Heike Kretschmer, Lukas Lobis, Denis Petkovic, Evamaria Salcher, Katrin Stuflesser, Anna Unterberger u.a., Licht Hubert Schwaiger, Bühne Markus Karner, Kostüme Justina Klimczyk, Video Kerstin Polte

Der erfolgreiche Fabrikant Friedrich Hofreiter gehört nicht zu den Menschen, denen leicht etwas nahe geht. Als der befreundete Pianist Alexei Korsakow sich nach einem gemeinsamen Billard-Abend jedoch erschießt, lässt ihn das nicht mehr kalt. Aus einem Abschiedsbrief an Hofreiters Frau Genia geht das wahre Motiv für den Selbstmord hervor: Sie hatte sich einer Affäre mit dem Pianisten verweigert. Nun ist der Freund tot. Friedrich Hofreiter macht Genia deswegen schwere Vorwürfe, er fühlt sich von der Standhaftigkeit und Untadeligkeit seiner Frau regelrecht bedroht. Selbst hat er gerade eine Affäre mit der Bankiersgattin Adele Natter beendet und bricht mit Doktor Mauer auf in die Dolomiten. Inmitten der Bergidylle stürzt er sich Hals über Kopf in ein neues Abenteuer, während sich Genia zuhause mit dem jungen Otto einlässt, dem Sohn einer guten Freundin. Als Friedrich Hofreiter bei seiner Rückkehr Zeuge eines nächtlichen Rendezvous wird, fordert er den jungen Mann zum Duell.

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„Dieses wird bleiben – ja man könnte fast sagen: es wird kommen“, notierte Schnitzler 1915 selbstbewusst über sein Meisterwerk. Mit skeptischer Ironie und psychologischer Präzision zeichnet er ein differenziertes Bild der gut situierten Gesellschaft des Fin de siècle. Schnitzlers Menschen sind komplizierte Subjekte, sie bemühen sich sehr um die intakte Fassade ihres Glücks, aber es hat so vieles zugleich Raum in ihnen: Liebe und Betrug, Treue und Treulosigkeit – „Ja, die Seele ... ist ein weites Land“.