Dorian Gray

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von Oscar Wilde
Fassung von Bastian Kraft

Regie Agnese Cornelio, Darsteller Hannes Holzer, Ausstattung Philine Rinnert, Video Bibi Abel


Dorian Gray ist jung, schön und faszinierend. Als Lord Henry bei dem Künstler Basil das Porträt des Schönlings sieht, will er Dorian Gray unbedingt kennenlernen. Henrys Bemerkungen über die Kurzlebigkeit der Jugend und seine Ratschläge, das Leben voll auszukosten, berühren Dorian nicht. Erst als er das vollendete Porträt erblickt, erwachen in ihm das Bewusstsein seiner eigenen Schönheit und der Wunsch nach ewiger Jugend. Sein Traum geht in Erfüllung. Dorians Äußeres bleibt im Laufe der Jahre unverändert. Stattdessen zeigt das gemalte Bild immer mehr die Spuren des Alters. Die Neugier auf das Leben treiben Dorian in ein hedonistisches, ausschweifendes Leben. Basils moralische Bedenken bleiben ungehört. Das geheimnisvolle Porträt, das Dorian auf dem Dachboden versteckt, wird zum Spiegel seiner Seele – ein schauderhafter Anblick.

 

Oscar Wilde wurde 1890 mit dem skandalträchtigen Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ weltberühmt. Der moralische Aufschrei der Bürger/-innen des Viktorianischen Zeitalters ist verstummt, die Themen jedoch sind aktueller denn je. Jugendwahn, Narzissmus und Oberflächlichkeit strahlen nach außen, während das Abbild des Gewissens im Geheimen lauert. Bastian Kraft spielt in seiner Theaterfassung mit Illusionen und Projektionsflächen. Die Umsetzung ist sehr zeitgemäß: Dorian Gray spiegelt sich im Video und begegnet sich in den Figuren immer selbst. Der Südtiroler Schauspieler Hannes Holzer verkörpert alle Rollen, Identitäten verschmelzen, Leben und Kunst reichen einander die Hand.