Antimortina

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von Martin Plattner

Regie Alexander Kratzer, Ausstattung Lisa Überbacher, Licht Tobias Demetz, Michaela Streitberger, Dramaturgie Elisabeth Thaler

Uraufführung

Siegerstück der Bozner Autorentage 2015

Besetzung
Die Mutter Ingrid Höller
Das Kind Josef Mohamed
Die Witwe Christine Lasta
Die Braut Andrea Haller
Die Rote Patrizia Pfeifer

Inhalt

Ein dunkler Raum, der Herrgottswinkel verwaist. Ein gelbes Radio nimmt den Platz des Erlösers ein. Die alte Mutter sitzt am Tisch, sie sortiert Tabletten in eine Box. Aus dem Radio ertönt leise das Lied einer „Schlagerkaiserin“. Die Mutter ist verärgert. Ihre Kinder haben ihr ein Panoramafenster in die alte Hauswand geschnitten, „damit das alte Scheit auch was zum Hinausschau en hat“. Durch dieses Fenster starren nun die Nachbarinnen – die Witwe und die Braut – neugierig in ihre Wohnung. Sie beobachten und kontrollieren das Leben der alten Mutter, die hier in enger Symbiose mit ihrem jüngsten Kind lebt. Zehn Kinder waren es insgesamt. Oder doch nur neun? Das letzte Kind hat jedenfalls Angst. Es hat Angst, nicht wirklich am Leben zu sein. Doch eines Tages stürzt sich das Kind aus dem Panoramafenster und trifft auf die „Schlagerkaiserin“ – die Erlösung?


„antimortina“ ist das Siegerstück der Bozner Autorentage 2015. Inspiriert von den poetisch surrealen Bildern des Südtiroler Malers Karl Plattner (1919-1986) verfasst der junge Dramatiker Martin Plattner einen Theatertext, der in absurd komischen Bildern und einer artifiziellen Volkssprache die ländliche Lebensart zwischen Tradition und Ausbruch zum Thema hat.

Martin Plattner *1975 in Nordtirol, lebt als Dramatiker in Wien. Für seine Arbeit erhielt er mehrere Stipendien, darunter das Große Literatur stipendium des Landes Tirol 2013-2014 für „Maultasch“, uraufgeführt im November 2015 am Tiroler Landestheater. Neben seiner Schreibtätigkeit absolvierte er ein Studium der Komparatistik an der Universität Innsbruck und war u.a. als Dramaturg und Ghostwriter tätig.

Alexander Kratzer lebt als Regisseur und Autor in Innsbruck und Bozen. Engagements am Theater Phönix Linz, Tiroler Landestheater Innsbruck. Schauspielhaus Salzburg, Theater des Kindes Linz, Stadttheater Bruneck, Theater an der Effingerstrasse Bern, Theater Baden Baden. An den Vereinigten Bühnen Bozen inszenierte er zuletzt „Option. Spuren der Erinnerung“, „Michael Kohlhaas“ und „Bombenjahre“.