Mother Song

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Termine

Mi 04.04. 20:00 Uhr Ticket
Premiere
Stadttheater, Studio Bozen
Do 05.04. 19:15 Uhr
Stückeinführung
Stadttheater, Studio Bozen
Do 05.04. 20:00 Uhr Ticket
Stadttheater, Studio Bozen
Fr 06.04. 20:00 Uhr Ticket
Stadttheater, Studio Bozen
Sa 07.04. 20:00 Uhr Ticket
Stadttheater, Studio Bozen
So 08.04. 18:00 Uhr Ticket
Stadttheater, Studio Bozen

von Mokhallad Rasem

Konzept, Inszenierung und Ausstattung Mokhallad Rasem, Dramaturgie Ina Tartler, Erwin Jans, Julia Engelmayer, mit Bettina Kerl, Katharina Knap, Anna Unterberger, Hanna Binder, Et Al., Tänzerin Tijen Goosen Lawton,, Sängerin Sally Bashar Ghannoum

Uraufführung

Koproduktion mit dem Toneelhuis Antwerpen und dem Landestheater Niederösterreich

Der Nahe Osten ist ein Pulverfass. Seit Jahrzehnten verlieren dort unzählige Familien ihre Angehörigen an der Front und bei Explosionen. Es sind vor allem die Frauen, die in diesen Ländern die Trauerarbeit leisten. Mütter, Großmütter, Nachbarinnen und Freundinnen finden sich in Gruppen zusammen. Sie sitzen im Kreis und nehmen mit langen Ritualen und Gesängen Abschied von ihren Liebsten. Diese Zusammenkünfte sind zugleich intime Orte, an denen sich die Frauen in Zeiten des Krieges und der Flucht über Alltägliches und Vertrauliches unterhalten.

 

Der irakische Regisseur Mokhallad Rasem stellt das Schicksal von Frauen in das Zentrum seines Theaterprojekts. Vor Beginn der Proben unternimmt er Recherche-Reisen in den Irak, nach Syrien und in den Libanon, um dort die Frauen in ihren Wohngebieten und in den Flüchtlingslagern zu besuchen. Ausgestattet mit einer Videokamera nähert er sich ihren sehr persönlichen Lebensgeschichten filmisch an. Diese Aufnahmen sind sodann Ausgangspunkt für eine prozesshafte Theaterarbeit mit internationalen Schauspielerinnen. Die auf der Bühne gezeigten Videos werden ungesehene Einblicke in die arabische Kultur und den Alltag der Familien geben. Gleichzeitig sind sie Dokumente einer zutiefst zerrissenen Gesellschaft.

Angereichert durch Texte aus der antiken Tragödienliteratur sowie arabische Lieder und rituelle Bewegungsformen entsteht eine trostreiche Theaterperformance über Verlusterfahrungen, weibliche Trauer und Widerstandsfähigkeit.

 
 
Mokhallad Rasem *in Bagdad, Schauspieler und Regisseur, arbeitete zunächst am irakischen Nationaltheater, bevor er sich 2006 in Antwerpen niederließ. 2013 erhielt er eine feste Position als Regisseur am renommierten Toneelhuis. Im gleichen Jahr gewann er mit „Romeo und Julia“ beim „Young Directors Project“ der Salzburger Festspiele. Seither zahlreiche Inszenierungen. 2016 war er mit den Performances „Waiting“ und „Body Revolution“ gemeinsamer Gast von Transart und den Vereinigten Bühnen Bozen.