Bombenjahre

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Uraufführung - Debatte Südtiroler Zeitgeschichte

Regie Alexander Kratzer, Komposition Markus Kraler, Andreas Schett (Franui), Bühne Luis Graninger, Video Mike Ramsauer, Licht Micha Beyermann, Dramaturgie Ina Tartler, Elisabeth Thaler, Historische Beratung Christoph Franceschini

39 Beteiligte, 10 Musiker und 17 Schauplätze - das ist das Dokumentartheaterprojekt "Bombenjahre". Erleben Sie eine kontroverse Auseinandersetzung mit der Südtiroler Geschichte der 50er und 60er Jahre.

Bei dieser Produktion stehen keine Schauspieler, sondern Historiker, Journalisten, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen auf unterschiedlichen Bühnen im Stadttheater Bozen.

Die Zuschauer/-innen werden nicht wie sonst auf ihren Plätzen sitzen bleiben, sondern  auf einen Erkundungstrip durch das Theater geschickt. An 14 Stationen können sie in einen Dialog mit "Experten" treten, die ihre ganz persönliche Sicht auf die Thematik geben. Mit der Theaterproduktion „Bombenjahre“ erleben Zuschauer/-innen ein umfassendes Bild Südtiroler Zeitgeschichte, begleitet von der Live-Musik der Musicbanda Franui.

 

mit Historikern, Journalisten, Zeitzeugen und der Musicbanda Franui

 

Inhalt

Landesautonomie oder Selbstbestimmung – Die deutsche Bevölkerung Südtirols ist nach dem Zweiten Weltkrieg gespalten, sie sieht die Beschlüsse des Ersten Autonomiestatuts (1948) in vielen Punkten nicht umgesetzt und damit ihre Existenz in Gefahr. Während führende Politiker der SVP an weitere Verhandlungen mit Rom glauben, bildet sich im Untergrund der Befreiungsausschuss Südtirol (BAS). In der Nacht vom 11. auf den 12. Juni 1961 schlägt er zu: In Südtirol werden 37 Hochspannungsmasten, zwei Hochdruckleitungen und einige Eisenbahnmasten gesprengt. Es gab einen Toten. Diese Nacht ist als Feuernacht in die Geschichte Südtirols eingegangen. Bis heute heißt es, die Sprengungen hätten die Welt auf das Südtirolproblem aufmerksam gemacht, das Land verdanke seine Autonomie den sogenannten „Freiheitskämpfern“.

Historiker, Journalisten, Zeitzeugen – sie alle nehmen kein Blatt vor den Mund, provozieren mit ihren konträren Positionen, die Zuschauer/-innen sind eingeladen, aus dem Konvolut kontroverser Meinungen die eigene zu bilden oder zu hinterfragen. Zu erleben ist ein umfassendes Bild Südtiroler Zeitgeschichte, eine Theater-Debatte, angefeuert durch die Live-Musik der Musicbanda Franui.

 

 

Mitwirkende

Ubaldo Bacchiega (Opfer der Feuernacht)
Arnold Dibiasi (BAS-Mitglied Tramin)
Maurizio Ferrandi (ehemaliger Rai Chefredakteur)
Christoph Franceschini (freier Journalist, Buchautor und Dokumentarfilmer)
Peter Jankowitsch (ehemaliger Kabinettschef von Bruno Kreisky)
Eva Klotz (Tochter von Georg Klotz)
Vinicio Marcomeni (pensionierter Polizeibeamter, Quästur Bozen)
Hans Mayr (Journalist und Kerschbaumer-Biograf)
Mauro Minniti (Buchautor und Dokumentarfilmer)
Herlinde und Klaudius Molling (BAS-Mitglieder Innsbruck)
Gerhard Mumelter (Journalist und Autor des Buches „Feuernacht“)
Oskar Niedermair (BAS-Mitglied Vinschgau)
Siegmund Roner (BAS-Mitglied Frangart)
Rosa Gutmann Roner (Häftlingsfrau und Zeitzeugin)
Siegfried Steger (Mitglied der „Puschtra Buibm“), via Live-Schaltung
Rolf Steininger (Emeritierter Universitätsprofessor für Zeitgeschichte an der Universität Innsbruck)
Elmar Thaler (Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes)
Erwin Walcher (Anwalt in mehreren Südtiroler Prozessen)
Wendelin Weingartner (Alt-Landeshauptmann von Tirol)


Video- und Toneinspielungen

Martha Ebner (Zeitzeugin)
Franz Eder (Associate Professor, Terrorismus-Experte)
Umberto Gandini (Alto-Adige-Journalist)
Silvius Magnago (ehemaliger Landeshauptmann von Südtirol)


Musicbanda Franui

Johannes Eder (Klarinette, Bassklarinette)
Andreas Fuetsch (Tuba)
Romed Hopfgartner (Sopran- und Altsaxophon, Klarinette)
Markus Kraler (Kontrabass, Akkordeon)
Angelika Rainer (Harfe, Zither)
Bettina Rainer (Hackbrett)
Rainer Annewandter / Markus Rainer (Trompete)
Andreas Schett (Trompete, musikalische Leitung)
Martin Senfter (Ventilposaune)
Nikolai Tunkowitsch (Violine)

 

 

Junge Mitwirkende

Hama Munir Akhtar, 18 Jahre, Bozen
Mohamed Elmi, 21 Jahre, Bozen
Paul Decarli, 20 Jahre, Auer

Maheen Fatima, 14 Jahre, Bozen

Maria Lang, 20 Jahre, Ritten
Fabiana Maglio, 19 Jahre, Bozen
Christoph Mitterhofer, 23 Jahre, Meran
Julian Pichler, 18 Jahre, Ritten

Lea Schatz Abram, 25 Jahre, Bozen

Maximilian Tschager, 26 Jahre, Bozen

Lukas Vonmetz, 18 Jahre, Terlan

 

 

Alexander Kratzer lebt als Regisseur und Autor in Innsbruck und Bozen. Engagements am Theater Phönix Linz, Tiroler Landestheater Innsbruck, Schauspielhaus Salzburg, Theater des Kindes Linz, Stadttheater Bruneck, Theater an der Effingerstrasse Bern, Theater Baden Baden. Bei den VBB inszenierte er zuletzt „Option. Spuren der Erinnerung“ sowie „Michael Kohlhaas“ nach Heinrich von Kleist.

 

Christoph Franceschini geboren in Eppan, ist freier Journalist, Buchautor und Dokumentarfilmer. Nach dem Studium an der Universität Innsbruck arbeitete er zunächst für den Rai Sender Bozen und die Wochenzeitung ff, bevor er von 1996 bis 2013 als politischer Redakteur für die Neue Südtiroler Tageszeitung tätig war. Für seine sechsteilige TV-Dokumentation „Bombenjahre. Geschichte der Südtiroler-Attentate“ erhielt er 2005 den Claus Gatterer-Preis. 2014 erschien sein erstes Buch „SELfservice. Ein Südtiroler Skandal“, in dem er die dubiosen Machenschaften rund um den Energiekonzern SEL aufdeckte. Seine Reportagen erscheinen regelmäßig auf dem Nachrichtenportal salto.bz.


Musicbanda Franui Die Musiker von Franui aus Osttirol sind europaweit bei bedeutenden Festivals und Konzertveranstaltern regelmäßig zu Gast. Neben ihrer Konzerttätigkeit realisierten sie Musiktheaterprojekte, u.a. am Wiener Burgtheater und bei den Salzburger Festspielen. An den VBB spielten sie 2014 die Musik zu „Option. Spuren der Erinnerung“.

 

 

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