0 %
16.02.2018

10 Vertreter der Minderheiten auf der Bühne

Die Theatermacher von Wir. Heute! Morgen! Europa. haben auf ihrer zweimonatigen Recherche-Reise quer durch Europa über 80 Menschen aus zehn Regionen- bzw. Minderheitengebieten besucht und die Menschen vor Ort zu Themen wie Heimatgefühl, Europa und nationale Identität befragt.

Auf die Bühne von Wir. Heute! Morgen! Europa. haben wir 10 Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft eingeladen, die aus ihrem Leben berichten werden. Durch die Abende führt Markus Warasin, Mitglied des Kabinetts von EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani, der die Inhalte als Experte kontextualisieren wird. Ihm zur Seite steht der Politologe Johan Häggman. Eine weitere wichtige Rolle nimmt die Wiener Puppenspielerin Manuela Linshalm ein, die mit ihren beiden Puppen, Herr Robert und Frau Gerda, das Gesagte humorvoll kommentieren und philosophische Gedanken streuen werden. Durch die Abende begleitet die Musicbanda Franui.

Hier unsere zehn Gäste im Überblick:

Danielle Lindholm - Åland-Inseln (schwedische Minderheit, autonome Region in Finnland)
Mitarbeiterin einer NGO -  „Meine Mutter ist Ålanderin, mein Vater aus Übersee. Ich fühle mich als Åländerin. Gibt es heute noch eine „reine Identität“?“

Lauren McKay - Schottland („Teilgebiet“ (country) des Vereinigten Königreichs)
Kunststudentin -  „Ich fand die politischen Diskussionen vor dem Unabhängigkeitsreferendum anregend. Die Leute haben sich engagiert. Jetzt nach dem BREXIT orte ich eine Enttäuschung und Politikverdrossenheit im Land.“

Kurt Pothen - Deutschsprachige Gemeinschaft/Ostbelgien (eine der drei Gemeinschaften Belgiens/Gliedstaat des belgischen Bundesstaats)
Regisseur, Künstlerischer Leiter AGORA Theater in Sankt Vith -  „Die Staatsgrenzen, territoriale Grenzen sind obsolet. Es braucht ein offenes Denken ohne Kategorisierungen.“

Don Romano Michelotti - Friaul-Julisch Venetien (Region mit Sonderstatut in Italien)
Pfarrer - „Das Wesentliche ist dies: verschieden zu sein und gleichzeitig vereint, vereint in der Solidarität, Liebe und im Geiste. Der Geist muss uns zusammenhalten, nicht die Uniformität. Die Uniformität ist eine Verarmung.“

Mauro Tubetti (DJ Tubet) - Friaul-Julisch Venetien (Region mit Sonderstatut in Italien)
DJ und Rapper in friulanischer Sprache -  „Meine Musik ist von verschiedenen Kulturen geprägt, dasselbe gilt auch für unsere Grenzregion. Es gibt slowenische, österreichische, italienische und friulanische Einflüsse, Einflüsse aus der ganzen Welt. So ist auch die friulanische Sprache offen für neue Entwicklungen.“

Hülya Emin - Türkische muslimische Minderheit in Westthrakien / Griechenland
Journalistin und Herausgeberin der Zeitung „Gündem“ - „Wir sind vom Staat Griechenland bis heute nicht als ethnische Minderheit anerkannt. Sogar meine Freunde sprechen nicht von der türkischen, sondern von der muslimischen Sprache."

Boróka Parászka - Ungarische Szekler in Rumänien
Journalistin bei Radio Târgu Mureş -  "Wer ich bin? Das ist eine der letzten Fragen, die ich jemanden zu beantworten im Stande bin. Als Überlebende einer der letzten und blutigsten Diktaturen in Europa, unter der Regentschaft von Ceausescu, habe ich die wichtigste Regel gelernt. Keine Fragen über Identität, über senible Daten, über Glaubensbekenntnisse, über ethnische und kulturelle Hintergründe."

Martí Estruch Axmacher - Katalonien (Autonome Gemeinschaft Spaniens)
Journalist und Weltenbummler, gebürtig aus Belgien, lebt in Barcelona - "Ich bin aktiv involviert in Kataloniens demokratischen Prozess eines unabhängigen Referendums dessen Ergebnis gesetzlich implementiert werden sollte."

Graziano Halilovic - Roma
Mediator - "Romas haben eine doppelte Identität. Diese hängt vom persönlichen Lebensweg ab, woher sie kommen und wo sie sich nierderlassen. Die gemeinsame Identität ist die europäische."

Karl-Artur Korsar - Estland
Modedesigner - "Ich fühle mich sehr unabhängig und begehre Kreativität und Freiheit sehr viel mehr als Stabilität und Sicherheit. Es fällt mir schwer, mich mit einem bestimmten Ort zu identifizieren, da ich schon an so vielen verschiedenen gelebt habe. Ich neige dazu, kulturell ein bisschen „verwirrt“ zu sein."