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Spielzeit 2022-23

ABSEITS DES SCHMELZBERGS*

von Clemens Zoller
Siegerstück des Literaturwettbewerbs 2021
In Zusammenarbeit mit dem Tiroler Dramatikerfestival 2023

Am Schmelzberg ist eine Lawine abgegangen. Sie begräbt das Haus einer Familie unter sich, die nun eingeschlossen im dunklen Kämmerchen sitzt und auf Rettung hofft. Als die Behörden samt Feuerwehr auftauchen, um die Familie zu befreien, will diese das Haus nicht verlassen, denn sie ahnt, dass der Bürgermeister schon lange auf das Grundstück spekuliert. Er will Land gewinnen für den Skitourismus. Die Familie fürchtet mit einem Umzug in die Stadt den existenziellen Ruin, während im Lokal die Après-Ski-Gäste laut und lebensfroh johlen. Yetis Stimme aus der Zukunft vernehmen sie freilich nicht, obwohl er mitten unter den Partygästen weilt und über die Musik hinweg laut etwas von Revolution und Regulierung schreit. Mehr, Mehr, Mehr - das ist vorbei. Also schließt die verschüttete Familie auch keinen Kaufvertrag mit dem Bürgermeister ab, verbarrikadiert die Türen und wird am Fuß des Schmelzbergs zur letzten Bastion des Widerstands.

„Abseits des Schmelzbergs“ ist eine neugierige Suche nach einer offenen, experimentellen Theaterform. Clemens Zoller verhandelt darin mit kritischem Scharfsinn brennende Themen unserer Gegenwart: Klimawandel, Ausbeutung der Natur, Entwurzelung und Entfremdung der Menschen. Ein dringender Paradigmenwechsel muss her, das AUS für die jahrzehntelange Nutzbarmachung der Natur für den alpinen Wintersport
 

 

Clemens Zoller *1998 in Innsbruck, lebt und arbeitet zwischen Berlin und Wien. Er befindet sich im zweiten Fachsemester eines Masters für angewandte Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin und sucht, eine Arbeitsweise an der Schnittstelle von kreativer Textarbeit und organisatorischer Kulturvermittlung zu vertiefen. Bisher entstanden kurze Essays und experimentelle Lyrik, die in studentischen Zeitschriften und Magazinen erschienen sind. „Abseits des Schmelzbergs“ (Arbeitstitel) stellt das erste längere szenische Textprojekt dar und entsteht gerade prozessual und parallel zu weiteren Fragmenten, die sich allesamt mit der poetischen Codierung von Landbesitz auseinandersetzen.

*Arbeitstitel
 

Ort:

Szenische Lesung
Mai 2023 – Tiroler Dramatikerfestival
Juni 2023 – Vereinigte Bühnen Bozen