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04.04.2018 - 08.04.2018

Mother Song

von Mokhallad Rasem
Uraufführung

Koproduktion mit dem Toneelhuis Antwerpen und dem Landestheater Niederösterreich

Der Nahe Osten ist ein Pulverfass. In einigen Ländern erfährt die Zivilbevölkerung das schlimmste Leid. „Mother Song“ betrachtet die Folgen der Kriege aus der Perspektive der Frauen. Zur Recherche ist der irakisch-belgische Regisseur Mokhallad Rasem vor Probenbeginn in Krisengebiete gereist und hat dort mit Frauen gesprochen, die buchstäblich alles verloren haben: Kinder, Ehemänner, Lebensgrundlagen. Seine Reise führte ihn von Bagdad nach Damaskus und Aleppo und in ein Flüchtlingslager an der Grenze zum Libanon. Mokhallad Rasem hat Frauen an Gräber begleitet, ihre zerbombten Häuser gesehen, ihr Leben im Lager und ihre Rituale kennengelernt. Seine Bild- und Tonaufzeichnungen sowie Textstellen aus antiken Dramen bilden die Ausgangsbasis für die Theaterperformance mit einem vielseitigen und internationalen Frauenensemble. Wie „Die Troerinnen“ des Euripides beginnt die Theaterperformace „Mother Song“ nach der Zerstörung: Kriegsopfer verlassen ihre „tote Stadt“. Das Schicksal der Frauen ist ungewiss. Ihre Ehemänner, Eltern und Kinder sind tot. Wir hören eine Textstelle aus Aischylos’ „Sieben gegen Theben“. Die Gültigkeit der antiken Texte verbindet die alte Tragödie mit heutigen Bürgerkriegen, zerstörten Städten und Flüchtlingscamps der Gegenwart. Hier leben Frauen mit unbewältigbarer Vergangenheit, im Chaos der Gegenwart, mit offener Zukunft. Gemeinsame Rituale helfen, mit dem bodenlosen Schmerz umzugehen, erste Schritte zurück ins Leben zu finden.

Mokhallad Rasem *Bagdad, Schauspieler und Regisseur, arbeitete zunächst am irakischen Nationaltheater, bevor er sich 2006 in Antwerpen niederließ. 2013 erhielt er eine feste Position als Regisseur am renommierten Toneelhuis. Im gleichen Jahr gewann er mit „Romeo und Julia“ beim „Young Directors Project“ der Salzburger Festspiele. Seither zahlreiche Inszenierungen. 2016 war er mit den Performances „Waiting“ und „Body Revolution“ gemeinsamer Gast von transart und den Vereinigten Bühnen Bozen.v

Dauer:
ca. 1:15 h, keine Pause
Stückeinführung:
05.04.2018 - 19:15 Uhr
Premiere:
04.04.2018 - 20:00 Uhr
06.04.2018 - 21:15 Uhr
Ort:

Stadttheater Bozen / Studio

Mit freundlicher Unterstützung des Österreichischen Kulturforums Mailand

Termine

04.04.2018.22.00,
04.04.2018
Beginn: 20:00 Uhr
Ort:

Stadttheater Bozen / Studio

05.04.2018.22.00,
05.04.2018
Beginn: 20:00 Uhr
Ort:

Stadttheater Bozen / Studio

06.04.2018.22.00,
06.04.2018
Beginn: 20:00 Uhr
Ort:

Stadttheater Bozen / Studio

07.04.2018.22.00,
07.04.2018
Beginn: 20:00 Uhr
Ort:

Stadttheater Bozen / Studio

08.04.2018.20.00,
08.04.2018
Beginn: 18:00 Uhr
Ort:

Stadttheater Bozen / Studio

Besetzung

Ensemble
Hanna Binder
Sängerin
Sally Bashar Ghannoum
Ensemble
Bettina Kerl
Tänzerin
Tijen Goosen Lawton
Ensemble
Anna Unterberger
Konzept, Inszenierung und Ausstattung
Mokhallad Rasem
Licht
Karl Apfelbeck
Dramaturgie
Ina Tartler, Erwin Jans, Julia Engelmayer

Videos

Pressestimmen

Rasem treibt die Darstellerinnen bis zur körperlichen Erschöpfung [...], er entwirft mit ein paar Handgriffen Bilder von Flucht und Vertreibung, der Platz zum Leben reduziert sich auf einen Teppich...

FF - 12.04.2018
Georg Mair

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Der symbolträchtige Ablauf folgt wohl einem typischen, realen Schema: Flucht der Überlebenden, Bewusstwerden der eigenen Verluste und Totenklage, Rückkehr ins Leben entlang eines zarten Hoffnungsstrahls.

Zett - 08.04.2018
Edith Moroder

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Es schnürt einem die Kehle zu, während die vermeintlichen Kriegerinnen ihre Waffen ablegen und sich in gebeugte Schatten ihrer selbst verwandeln...

Tageszeitung - 07.04.2018
Adina Guarnieri

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Durch wenige Worte und minimale Handlung werden die Emotionen und Eindrücke der Frauen in Kriegsgebieten an die Zuschauer übermittelt.

Dolomiten - 07./08.04.2018
Silvia Obwexer

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Die Stimmen der Frauen - Interview mit Regisseur Mokhallad Rasem

Barfuss - 05.04.2018
Lisa Maria Kager

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Die Schauspielerin Anna Unterberger im Gespräch zum neuen Theaterstück des Regisseurs Mokhallad Rasem.

Salto.bz - 01.04.2018
Martin Hanni

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C'è anche una ragione filosofica dietro a questo progetto: portare a termine una missione. Ovvero portare sul palco la diversità in modo altamente visuale.

Alto Adige - 31.03.2018
Daniela Mimmi

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Die Zuschauer werden Zeugen archaisch wirkender, sehr langsam ablaufender Rituale allmählicher Enttraumatisierung. Ein Anflug von Trost: Nach dem Überleben wächst wieder Hoffnung...

NÖN - 06.03.2018
eb.

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Die Figuren bewegen sich meist langsam wie Gespenster, manchmal bricht körperlich heftig der Schmerz aus ihnen. [...] Es bleiben gewollt ästhetische Bilder, Töne und Gesten.

Der Standard - 05.03.2018
Michael Wurmitzer

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„Einen Aufschrei gegen den Krieg, gegen Gewalt und die Unterdrückung von Frauen“, wollte Rasem auf die Bühne bringen und dazu den Bogen von heutigen Krisenregionen bis zurück in die Antike spannen...

ORF Niederösterreich - 04.03.2018
noe.ORF.at

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Die Ungebrochenheit des Dokumentarischen entfaltet tatsächlich Schockwirkung, und die meist reduzierte, zerdehnte Bewegung der Performerinnenkörper unterstreicht die menschliche Verwundbarkeit...

Nachtkritik - 03.03.2018
Leopold Lippert

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Der irakische Regisseur Mokhallad Rasem verbindet in seinen Arbeiten häufig klassische Stoffe mit aktuellen Themen. Diesmal geht seine Vorlage zu den Ursprüngen europäischer Literatur zurück...

Die Presse - 01.03.2018
Norbert Mayer

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Besucherstimmen

„Ich freue mich besonders auf „Mother Song”, denn das Stück spiegelt die Gesellschaft mit weiblichem Blick und holt Stimmen auf die Bühne, die sonst vielleicht stumm blieben.“

Manuela Kerer
Komponistin