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08.02.2020 - 16.02.2020

Radetzkymarsch

nach dem Roman
von Joseph Roth

Bearbeitung von Koen Tachelet
Übersetzung aus dem Niederländischen von
Eva M. Pieper und Alexandra Schmiedebach

Die Trompeten schmettern, Pferdehufe klappern, die Uniformen der Männer glänzen rot auf den Pferdeleibern. Der junge Carl Joseph von Trotta, Enkel des Helden von Solferino, ist auf Wunsch seines Vaters Soldat geworden, Soldat in der noch blühenden k.u.k. Monarchie. Sein Großvater hatte Kaiser Franz Joseph I. in der Schlacht von Solferino das Leben gerettet. So begann die glorreiche Zeit der Trottas. Die Familie wurde geadelt, ihre bäuerlich slawische Herkunft für Jahre vergessen. Doch nicht für immer. Carl Joseph von Trotta dient zwar in der Armee, er würde aber am liebsten wieder Bauer sein, einfacher Bauer in Sipolje. Die Uniform schnürt ihm den Atem ab, die Kaserne empfindet er als Gefängnis. Trotta sehnt sich nach Freiheit, nach Leben. Er ist ein Träumer inmitten einer Welt, die unaufhaltsam ihrem Untergang zusteuert. Alkohol und Frauen sind sein Trost und Glück, das Spielkasino sein Verderben. Er verliert Freunde, Geld und im Ersten Weltkrieg schließlich sein Leben.

In seinem poetischen Jahrhundertroman zeigt Joseph Roth ein Panorama an Figuren, die sämtlich zu wissen scheinen, dass ihr Kosmos dem Untergang geweiht ist. Im Aufstieg und Verfall einer Familie spiegeln sich die letzten Dekaden der Donaumonarchie – eine Utopie, an die der Autor als Patriot und Weltbürger bis an sein Lebensende glaubte.

Joseph Roth *1894 in Brody, Ostgalizien. Er arbeitete als Journalist in Wien und Berlin und bereiste in den 1920er Jahren für die Frankfurter Zeitung als Reisekorrespondent Europa. Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus emigrierte er nach Frankreich, unternahm aber weiterhin Reisen u.a. nach Österreich und in die Niederlande. Er starb 1939 in Paris. Zu seinen wichtigsten Werken gehören „Hotel Savoy“, „Hiob. Roman eines einfachen Mannes“, „Radetzkymarsch“ und „Die Legende vom heiligen Trinker“.

 

Hier geht es zum Sound von Radetzkymarsch (Komposition Fabian Schiffkorn) 

 

Premiere:
08.02.2020 - 20:00 Uhr
Stückeinführung:
14.02.2020 - 19:15 Uhr
Ort:

Stadttheater Bozen / Großes Haus

Dauer:
3 Stunden, inkl. Pause

Termine

08.02.2020.21.00,
08.02.2020
Beginn: 20:00 Uhr
Ort:

Stadttheater Bozen / Großes Haus

09.02.2020.19.00,
09.02.2020
Beginn: 18:00 Uhr
Ort:

Stadttheater Bozen / Großes Haus

13.02.2020.21.00,
13.02.2020
Beginn: 20:00 Uhr
Ort:

Stadttheater Bozen / Großes Haus

14.02.2020.21.00,
14.02.2020
Beginn: 20:00 Uhr
Ort:

Stadttheater Bozen / Großes Haus

15.02.2020.21.00,
15.02.2020
Beginn: 20:00 Uhr
Ort:

Stadttheater Bozen / Großes Haus

16.02.2020.19.00,
16.02.2020
Beginn: 18:00 Uhr
Ort:

Stadttheater Bozen / Großes Haus

Besetzung

Bezirkshauptmann Franz von Trotta
Lukas Lobis
Leutnant Carl Joseph von Trotta
Dominik Raneburger
Kaiser, Moser
Alexander Ebeert
Jacques, Dr. Skowronnek
Hannes Perkmann
Wachtmeister Slama, Major Zoglauer, Rittmeister Tattenbach
Peter Schorn
Katharina Slama, Eva Demant, Valerie von Taußig, Arbeiterstimme
Elke Hartmann
Doktor Max Demant, Graf Chojnicki
Roman Blumenschein
Junger Slama, Onufrij
Max G. Fischnaller
Wagner, Soldat
Fabian Schiffkorn
Held von Solferino, Soldaten, Arbeiter, Kapturak
Alle
Tänzerinnen
Sabrina Fraternali Anastasia Kostner Sarah Merler
Regie
Rudolf Frey
Choreografie
Marcel Leemann
Bühne
Vincent Mesnaritsch
Kostüme
Elke Gattinger
Licht
Micha Beyermann
Komposition
Fabian Schiffkorn
Dramaturgie
Ina Tartler

Pressestimmen

 

Bei aller Knappheit wirken die Figuren so eindringlich liebevoll gezeichnet wie bei Joseph Roth selbst.

 

Zett - 09.02.2020
Edith Moroder

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Es treibt die Tränen in die Augen, weil es soviel große und kleine Geschichte enthält, soviel menschliches Schicksal.

 

Dolomiten  - 11.02.2020
Margit Oberhammer

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Noch strahlt die Sonne. Man ahnt, dass sie vom Himmel fallen wird. Doch, Vorahnungen hin oder her, man folgt dem Untergangswalzer wie gebannt.

 

Tiroler Tageszeitung - 15.02.2020
Joachim Leitner

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Was Frey deutlich macht, ist der Tanz in den Untergang, das Ende einer Gesellschaft, der Aufbruch in eine neue Zeit, die Umwälzungen, die der Kaiser und der alte Trotta nicht mehr begreifen.

 

FF - 13.02.2020
Georg Mair

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Das Stück verhält sich in der Inszenierung von Regisseur Rudolf Frey wie ein Gedankenstrom. Szenen fließen ineinander über und Figuren treten dementsprechend auf und ab, Sätze werden eingeworfen und ...

 

Salto - 16.02.2020
Christoph Waldboth