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16.03.2022 - 17.03.2022

Toteis

Uraufführung, Auftragswerk
Oper von Manuela Kerer
Libretto von Martin Plattner

Produktion: Stiftung Haydn von Bozen und Trient
Koproduktion: Vereinigte Bühnen Bozen und Neue Oper Wien

 

Als „Heldenmädchen von den Drei Zinnen“ wurde sie bezeichnet: Viktoria Savs. Getarnt als Viktor kommt sie 1915 an die Dolomitenfront. Mit 17 Jahren verliert sie dort ein Bein und kehrt als Kriegsheldin zurück. Die bald vergessene Frontsoldatin tritt 1933 den Nationalsozialisten bei, wo sie sich in ihrer Gesinnung aufgehoben fühlt. Sie arbeitet im Zweiten Weltkrieg für die Wehrmacht in Belgrad. Bis zu ihrem Lebensende 1979 nimmt Viktoria Savs stolz an Veteranentreffen teil. So auch in dieser Oper, in der Savs als androgyne Diva den Menschen und Situationen ihres Lebens wie Gespenstern begegnet. Verwegen blickt sie auf ihre Erlebnisse, ihre Träume und schließlich auf sich selbst. Ausgehend von ihrer Biografie spannt Martin Plattner metaphorisch und mit viel Sprach- und Feingefühl den Bogen von einer „schwierigen“ Frauenfigur hin zu den Mechanismen, die unsere Gesellschaft auch heute bedrohen.

Toteis – ein Gletschereis, welches vom aktiven Teil des Gletschers abgetrennt wurde und sich deshalb nicht mehr bewegt – wird zum Sinnbild für Savs’ amputiertes Bein und totgeglaubte Gesinnungen, die diesem Stoff erschreckende Aktualität verleihen. Viktoria Savs’ Leben spiegelt den aktuellen wiederkehrenden Nationalismus und aufkeimenden Fanatismus. Die Farben ihres Charakters inspirieren Manuela Kerer zu Klangfarben. Sie schwingen – wie Viktoria selbst – oft zwischen den Zeilen. Für den Tiroler Autor Martin Plattner ist „Toteis“ ein wahnwitziges, mitunter bitterböses, „Heldenmärchen“. Die Uraufführung musste aufgrund von Covid-19 in diese Spielzeit verschoben werden.

 

Manuela Kerer staunt gern und ist ständig auf der Suche nach neuen Klängen, Überraschungen und Herausforderungen. Sie absolvierte Studien der Komposition, Violine, Psychologie und Jura in Innsbruck und Mailand und verbindet diese Disziplinen in ihrer Musik. Aufführungen in New York, Berlin, Wien, Rom, London oder am Titicacasee mit u.a. Solistenensemble Kaleidoskop Berlin oder Klangforum Wien. Zahlreiche CD-Einspielungen (Verlag: Breitkopf & Härtel).


Martin Plattner studierte Komparatistik an der Universität Innsbruck und lebt als freier Schriftsteller in Wien. Sein Stück „antimortina“ war das Siegerstück der Bozner Autorentage 2015 und wurde 2017 an den VBB uraufgeführt. Weitere seiner Arbeiten wurden u.a. am Landestheater Linz, am Landestheater Innsbruck, am brut im Künstlerhaus in Wien und im Laboratorio Arte Alameda in Mexiko-Stadt gezeigt. Plattner wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Thomas-Bernhard-Stipendium 2018 und mit dem Großen Literaturstipendium des Landes Tirol 2021/2022 (Verlag: Thomas Sessler).

Prima:
16.03.2022 - 20:00 ore
Luogo:

Stadttheater Bozen / Großes Haus

Durata:
90 Minuten, keine Pause

Calendario

16.03.2022.21.00,
16.03.2022
Inizio: 20:00 ore
Luogo:

Stadttheater/Großes Haus

17.03.2022.21.00,
17.03.2022
Inizio: 20:00 ore
Luogo:

Stadttheater/Großes Haus

Attori

Viktoria
Isabel Seebacher
Karola / Vikerl
Verena Gunz
Luis / Peter
Alexander Kaimbacher
Hansl
Bernhard Landauer
Eugen
Klemens Sander
Schuhplattler / Kameraden
Christian Balzamà, Martina Lazzari, Matteo Sala, Sarah Merler
Chor
Wiener Kammerchor
Musikalische Leitung
Walter Kobéra
Regie / Bühne
Mirella Weingarten
Kostüme
Julia Müer
Licht
Norbert Chmel
Chorleitung
Bernhard Jaretz
Dramaturgie
Elisabeth Thaler
Klangregie
Christina Bauer